Beitrag MUSICWONDER ONE
Nachdem mich in der Schweiz der FIR-Blitz getroffen hatte, kam sofort die erste Ernüchterung. Ich musste ohne FIR-BoxX nach Hause. Ausverkauft, nächste Serie im Bau befindlich. 2 Monate Wartezeit.
Zurück in Hamburg habe ich sofort einen PI5 bestellt, ausprobiert wie man 2-Wege FIR Filter mit der Trace Arithmetic in REW entwickelt und in verschiedenen Tools konvoliert (z.B. in Camilla DSP oder mit Equalizer APO).
2-Kanal Stereo
Easy – ich hab‘ Informatik studiert. Ich kann das … wann war das noch gleich … Ende der 80er und Anfang der 90er … aber schnell tippen kann ich … E-Mails.
Egal, ich hatte viel Spaß und auch viel Zeit. Die brauchte ich, um überhaupt etwas zum Laufen zu bringen. Richtig spannend wurde es, nachdem ich selbst entwickelte FIR-Filter auf den PI hochgeladen hatte. Oh … ein Ton … vor dem Ton.
FIR Filter sind ein mächtiges Werkzeug und wenn der Entwickler eine gute Phase hat, bekommt die auch der Lautsprecher. Oder es gibt Pre-Ringing. Dann wird man sogar zum Musikproduzenten und generiert zusätzliche Töne.
Mit sehr viel Experimentieren, Recherchieren, Lernen, Üben, Hören kam ich zu einem Workflow mit dem ich Stereo-FIR-Filter generieren konnte. Der Klang war deutlich besser als mit meinen vorigen IIR-Abstimmungen. Ich war auf dem richtigen Weg und seitdem hält eine lange, gute Phase an.
Meine erste FIR-BoxX
Nach etwas Wartezeit konnte ich meine erste FIR-BoxX in Münster in Empfang nehmen, wo ich auch ein vollaktives Setup mit einer Isostatic RP-400 bestaunen durfte.
Passiv war gestern. Ich hatte jetzt 8-Kanäle zur Verfügung aber kein fertiges Trainingsmaterial zum Abstimmen. Her mit den Lautsprechern ohne Frequenzweichen.
Es stellte sich die Frage, wie man mit Tastatur und Maus, aus einem Lautsprecherpaar die passive Weiche entfernt, die Dämmung erneuert und die Chassis direkt an SpeakOn Terminals verdrahtet … man legt sie zur Seite.
Die ersten Vollaktiven
Mit Einsen und Nullen konnte ich also noch nicht starten. Mit Schraubenzieher, Lötkolben, Noppenschaum, Kabeln usw. schon. Ich brauchte Lautsprecher zum Umbauen.
In meinem Main Setup spielten zu der Zeit noch Harbeth P3ESR XDs zusammen mit zwei Aperion Bravus 12D II Subwoofern an einem Lyngdorf TDAI-2170 eingemessen mit RoomPerfect. Da steckte ein wenig Geld drin und das war für mich nicht die richtige Startumgebung für die Fortsetzung meiner Forschungen. Einige Monate später hab‘ ich mich bei Alan Shaw, dem Chef von Harbeth, mit einer Anfrage zu einem eventuellen Umbau der P3 ein wenig unbeliebt gemacht … eine andere Geschichte.
In meinem Wohnzimmer gab es Platz für ein zweites Setup. Eine FIR-BoxX, ein WiiM Pro Plus Streamer und alte, zur Aktivierung umgebaute Lautsprecher.
In der Startphase habe ich vier Paar Lautsprecher umgebaut, die ich liebevoll „Straßenköter“ nenne. Die sind allesamt zwischen 30 und 50 Jahre alt, waren bei ihren ehemaligen Herrchen unerwünscht und für mich billig zu haben.
Die fantastischen FIR
Wer waren denn nun die vier Oldtimer, die aktiv wurden und ihr Comeback gefeiert haben?
Ein 2-Weger, drei 3-Weger, eine geschlossen, zwei mit Bassreflex, eine Transmission Line – ein bisschen Varianz macht deutlich mehr Spaß beim Forschen und Entwickeln.
Das Arbeiten mit diesen Lautsprechern war bei der Entwicklung und in meiner Entwicklung extrem hilfreich. Jeder der Lautsprecher hat über die Zeit mehrere Abstimmungen hinter sich, weil der Entwicklungsprozess immer ausgefeilter und detaillierter wurde.
Da geht was
Meine Begeisterung und mein Spaß beim Aktivieren der Lautsprecher war nur eine Seite der Medaille. Die Freude beim Musik hören war mindestens so wichtig. Was mir in Harrys Werkstatt in Maisprach zum ersten Mal begegnet ist, konnte ich jetzt bei mir zu Hause erleben.
Dazu folgender DISCLAIMER: Die vier Straßenköter sind natürlich keine ultimativen Lautsprecher. Auch in ihrer Vergangenheit waren sie keine audiophilen High-Performer. Umso erstaunlicher wie wunderschön sie mit FIR aktiviert musizieren können. Dazu später mehr nach Begegnungen mit sehr erfahreneren Hörern.
Etappenziel
Ich habe mit den Lautsprechern enorm viel gearbeitet und Erfahrungen gesammelt. Das hat bereits zu Beginn sehr gut funktioniert und wurde über die Zeit immer besser.
Am Anfang haben bei mir vornehmlich Family & Friends gehört. Die waren einerseits über den Klang verblüfft und haben sich andererseits gefragt: „Was macht der da den ganzen Tag?“.
Beim Entwickeln kamen tausend Fragen. Das Internet und die aufstrebende KI waren hilfreich – mal mehr mal weniger. Mit Andreas und Harry hatte ich Gott sei Dank zu allen möglichen Themen fantastische Berater. Mit der Zeit wurde beiden klar, dass ich sehr intensiv mit FIR arbeite. Es wurde Zeit auch außerhalb meiner vier Wände, aktiv zu werden.