Beitrag FIR verlässt die Komfortzone
Bei mir zu Hause ist es gemütlich und warm. Ich habe alles, was ich brauche und kann wunderschön Musik hören. Trotzdem wollte ich mehr mit diesem FIR-Thema anstellen. Das ist zu gut für mich alleine!
Mein Know How in der FIR-Filter Entwicklung war mittlerweile gut fortgeschritten. Die Produktion unschöner, digitaler Artefakte wie Pre-Ringing war Schnee von gestern. Es war Zeit, aktiv zu werden – auch für andere.
Fischer Audio Anthaeus
Januar 2025. Ich war hochmotiviert, mit einem Mikrofon bewaffnet und bereit die Welt mit FIR zu erobern. Wo finde ich eine FIR-BoxX, die neue Filter braucht? Am besten ein kleiner 2-Weger …
Anfrage bei Harry – er hat die Kunden mit den FIR-BoxX Geräten. Der „kleine“ Auftrag kam postwendend: Drei FIR-BoxX Geräte in Wiesbaden aktualisieren und Filter überprüfen. Spielpartner sind Isostatic RP-200 und eine FISCHER ANTHAEUS, die ohne die Updates nicht läuft.
WAS … hab ich wirklich „HIER!“ geschrien? Ich bin tapfer und mutig, aber nicht irre. Harry ist offenbar tapferer und mutiger als ich …
Februar 2025. In einer Villa in Wiesbaden haben drei FIR-BoxXen neue Firmware und Software erhalten. Und danach war nur noch Musik.
Das Bild ist so schön, muss ich noch Einmal zeigen!
Noch eine RP-200
Direkt nach Wiesbaden bin ich zu Toni in die Nähe von Bonn gefahren. Ihn kannte ich schon aus Harry’s Werkstatt in der Schweiz, wo ich ihn im Sommer 2024 kennenlernen durfte. Er ist HiFi-Verrückter und FIR-Fan. Auch er engagiert sich, FIR in die Welt zu tragen. Er hat mehr Freude an Umbauten von Lautsprechern zur Vorbereitung von FIR-Aktivierungen als an der Programmierung selbst. Das ergänzt sich prima.
Bei ihm haben wir eine Isostatic RP-200 aktiviert und viel darüber philosophiert, wie gut das alles ist und was man alles tun könnte …
Gesagt, getan.
Die Sauerland Connection Part I
FIR war nicht neu, aber auch nicht sehr weit verbreitet. Beim Ausstrecken meiner Fühler habe ich nach Gleichgesinnten gesucht und bin auf Markus Grelka, den Chef von Rose-Handwerk, und das Pure Acourate Sound Project gestoßen. Markus entwickelt auch passiv, ist aber sehr begeistert von FIR und hat mit seinen Projektpartnern – u.a. Klippel und Purifi – schon einiges auf aktive Beine gestellt.
März 2025. Ich habe Markus auf einem seiner Hörtreffen im wunderschönen Sauerland besucht. Ein fantastisches Erlebnis mit sehr lieben Menschen, fantastischen Lautsprechern und wunderschönen Möbeln. In Markus Manufaktur wird mit Naturholz gearbeitet – ich liebe es! Seine Lautsprecher will ich nicht nur hören, ich muss sie streicheln.
Markus Kreationen sind von der deutschen Lautsprecherlegende Joachim Gerhard inspiriert. Aus der Zusammenarbeit der beiden ist unter anderen die Joachim-Gerhard-Collection entstanden.
Markus hat einen außergewöhnlich guten Hörraum und erzeugt dort holografische Klangerlebnisse der besonderen Art. Ich war total geflasht und habe versucht nicht an mein Wohnzimmer zu denken. Unbedingt besuchen, anhören aber vorher mit Markus die Ziellautstärke verhandeln (er mag laut).
Auf dem Event gab es für mich noch nichts zu aktivieren, aber Spaß beim Netzwerken und Erleben. Ich habe u.a. Guido Riedel (gleich mehr) und Markus Ernsting (später mehr) kennengelernt.
Die Sauerland Connection Part II
Auf dem Hörtreffen bei Markus Grelka habe ich Guido Riedel kennengelernt. Er hatte in der Möbelausstellung von Rose-Handwerk einen Röhren-Verstärker aufgebaut, der an Markus Monitor 8 hing. Für meine Aktivitäten weniger interessant … dachte ich.
Wir kamen ins Gespräch und siehe da: Guido kann auch aktiv und hat damit schon 30 Jahre vor mir begonnen. Er fand das FIR-Thema spannend und wollte wissen, ob das taugt. Schaun mer mal … dachte ich.
April 2025. Mein erster Besuch bei Guido (viele weitere folgten) mit gleich zwei Aktivierungen und „Löten-on-the-Fly“.
Ein selbst gebauter 4-Weger mit Seitenbass. Mitteltöner defekt und ich dachte „das war’s“. Weit gefehlt. Guido hat ein Arsenal von Teilen und lässt sich nicht von solchen Kleinigkeiten abschrecken. Ausgetauscht, aktiviert und das erste Aufhorchen von Guido. Oha … was ist das denn?
Nach der Aktivierung ist vor der Aktivierung. Guido ist begeistert ein paar mal hin her gelaufen, hat aus verschieden Regalen verschiedene Dinge genommen und dann hübsch aufeinandergestellt. Bei mir erstmal nur Fragezeichen.
Da war er – ein neuer 4-Weger mit Hoch- und Mitteltonhörnern. Meint er das wirklich ernst? Gemessen, aktiviert und dann war es um Guido geschehen.
Kurz darauf hatte er die erste FIR-BoxX und ich seither immer wieder Spaß beim ihm mit neuen Entwicklungen (mittlerweile ca. 10 inkl. Varianten). Demnächst bauen wir zusammen etwas auf dem Frickelfest.
Es muss nicht immer Kappa sein
Von Guido bin ich direkt zu Toni gefahren. Er hatte zwischenzeitlich eine Isostatic RP-100 erstanden und seine Infinity Renaissance 90 für eine Aktivierung vorbereitet.
Bevor wir starten konnten, gab es noch einige Hürden zu nehmen. Netzwerkprobleme, Verkabelung des Infinity Bass, nötige Software Updates. Aber wir haben die Aktivierungen geschafft. Sehr gut.
Mir war es nicht gut genug. Ich habe im Tiefbass eine massive Raummode bei 32Hz korrigiert. Das hat gewirkt und so gut spielte der Bass vorher noch nie in Toni’s Wohnzimmer. Trotzdem … das muss besser gehen.
Für ausgedehnte Experimente hatten wir die Zeit nicht. Das war ein Thema, das ich mir in den Folgemonaten viel näher angeschaut habe. Bei aller Liebe, manchen Bass muss man auslöschen! Dazu mache ich demnächst einen eigenen Beitrag, der sich um Raumkorrekturen im Bass drehen wird.
Good Vibes
In meiner Zeit als KI-Manager hatte jeder Tag 48 Stunden und ich zu wenig Zeit. Meine FIR Aktivitäten wurden zwar mehr, waren für mich aber vergleichsweise entschleunigend. Bei bester Laune ganz gemütlich tolle Sachen machen. Was will man mehr?
Meine FIR-Forschungen und -Entwicklung liefen in Hamburg weiter. Ich habe den Kontakt zu Andreas (Heggendorn) von Musicwonder intensiviert und plötzlich waren wir im ständigen Austausch. Mit seinen 16 Jahren Erfahrung in FIR-Technologie und im Lautsprecherbau, hat er mir immer wieder wichtige Tipps geben. Im Gegenzug habe ich Andreas immer wieder gerne Hinweise darauf gegeben, was ich mir von der Software der FIR-BoxX mehr wünsche. Er hatte dafür zwei offene Ohren. In das eine ging es rein … aus dem anderen kam es wieder raus. Das sollte sich sehr bald ändern …