Wer hat’s erfunden … Besuch bei Musicwonder
Irgendwann Anfang 2025. Ein Gespräch mit Andreas Heggendorn, der Kopf hinter FIR-BoxX und MUSICWONDER ONE. Mittlerweile sind wir beinahe täglich im Austausch zu FIR mit etlichen Themen wie Programmierung, Filterung, Akustik, Raum, Verstärkern, Prozessoren, Lautsprechern.
Andreas: „Unser WhatsApp-Chat aus den letzten Monaten ist mittlerweile länger als der mit meiner kommenden Exfrau aus den letzten 7 Jahren.“
Bidjan: „Ist das gut oder ist das schlecht?“
Erstmal Stille … aber er hängt nicht auf … „Wir müssen uns mal treffen!“
Next Level FIR Entwicklung
Ein Termin im Juli ist schnell gefunden und wir haben einen Plan.
Im Fokus soll stehen, mein Entwicklungsniveau bei FIR zu überprüfen und dann zu heben. Andreas macht das seit 16 Jahren. Für mich eine große Chance, viel dazu zu lernen.
Außerdem will ich mit ihm meine Ideen zur Software besprechen. Schützenhilfe im Vorfeld haben Thomas Schmidt von Klang & Ton und der HiFi-verrückte Markus Ernsting geleistet.
Ich war im Juni 2025 bei K+T zur FIR-Abstimmung von Thomas „Publikum S“ High-End Entwicklung mit Purifi und BlieSMa Bestückung. Ergebnis super. Feedback zur Software freundlich formuliert war sinngemäß, dass er sich nicht vorstellen kann, mit dem Stand der Software, eigene Entwicklungen durchzuführen. Hm …
Markus Ernsting kannte ich über das Hörtreffen bei Markus Grelka. Er hört seit mindestens 20 Jahren mit wechselndem Highend-Equipment, hatte gerade einen eigenen Hörraum gebaut und startete seine Suche nach neuern Lautsprechern (später mehr dazu, das Bild ist ein passender Teaser). Bei mir in Hamburg durfte er meine „Straßenköter“ ausführen. Die kleine Scott S 176 an der FIR-BoxX hatte es ihm besonders angetan: „Das ist nicht Class D! Das kann nicht Class D sein! Ist das wirklich Class D? Das darf nicht so schön spielen!“. Das war grandios, aber …
… während seiner Hörsession habe ich mehrfach die tonale Balancierung des Systems durch Filteranpassungen justiert, um zu demonstrieren, dass mit FIR Klangtuning ohne Phase Drift funktioniert. Also Filter anpassen, neu generieren, auf die FIR-BoxX hochladen, weiter hören. „Ein bisschen mehr Schmelz bitte!“. Nochmal Filter anpassen … „Geht’s noch ein bisschen wärmer?“. Nochmal … „Einen Tick zurück bitte.“. Nochmal und Treffer! Kann man so machen …
Für die Schweiz hatte ich Munition, gute Argumente und viele Ideen im Gepäck …
Geburt einer neuen Software
Noch vor meinem Besuch in der Schweiz und direkt nach dem Termin bei Klang & Ton habe ich – gerade zu Besuch bei meiner Mutter – nachgedacht: Wie könnte eine neue Software aussehen?
30 Minuten Papier und Bleistift, gute Ideen und mit jedem Detail immer mehr Radiergummi.
Nach einer Stunde hab‘ ich ein Tool zum UI-Design angeworfen und dort „in schön“ gemalt. „Drag“ hier, „Drop“ da und immer wieder „entf“. Zwischendurch Essen mit meiner Mutter und ihr Plan für den Abend: „Wir schauen Bergdoktor!“. Den Bergdoktor mache ich gerade für ein Bergdorf in Graubünden, dachte ich.
Noch am gleichen Abend ging mein Entwurf an Andreas und nach ein paar Chatnachrichten hin und her war Ruhe … vor dem Sturm.
Was Andreas dann innerhalb von wenigen Tagen begonnen hat, war die Geburt der neuen Software. Ein Baby, das sehr, sehr schnell wachsen sollte.
Für meinen Besuch in der Schweiz war damit eine wichtige Aufgabe hinzugekommen. Neue Software testen und Andreas unterstützen, diese weiter zu entwickeln.
Eine Woche Schweiz: Musicwonder
Das erste Treffen mit Andreas im wunderschönen Mathon. Was für eine tolle Umgebung … ich will wandern!
Die Challenge: Die Hooter MK I, ein 3-Wege-Lautsprecher, den Andreas zusammen mit Ralph Kradolfer entwickelt hat und den er in- und auswendig kennt. Ich mache FIR-Filter nach meinem Workflow und dann mal schauen.
Andreas hört: „Sche…, so hab ich die noch nie gehört! Ich will genau wissen, wie Du das machst!“
In den nächsten Tagen haben wir mit viel Freude und Wissensaustausch drei weitere Systeme zusammen programmiert … eine alte Cabasse Gallion IV und zwei weitere Speaker von Andreas. Die Easy – der kleinste Lautsprecher – wurde in der Zeit von einer Interessentin mit den neuen Filtern probegehört und direkt gekauft.
An einem Tag durfte ich auch Ralph Kradolfer kennenlernen. Er ist langjähriger Freund und Mitstreiter von Andreas. Einige Entwicklungen von Lautsprechern (s.o.) und Verstärkern haben die beiden zusammen auf die Beine gestellt. Bei den neuen Herausforderungen ist Ralph erneut tatkräftiger Mitstreiter und unterstützt insbesondere im Gehäusedesign.
Die neue Software war direkt im Einsatz und täglich kamen Korrekturen und Verbesserungen dazu. Wir waren auf neuem Kurs!
Auf welchem Kurs eigentlich? Technisch war für mich seit Sommer 2024 klar, dass ich nur noch mit FIR entwickeln werde. Aber wie kann so ein Thema wachsen, Hörer begeistern, Fans gewinnen, Mitstreiter finden? Wir haben viele Ideen diskutiert, einige Weichen gestellt, aber noch keine Entscheidungen getroffen.
Mit Harry und activAudio als Zugpferd gab es für seine Geräte und Kunden ohnehin einiges zu tun und abzustimmen. Dazu sind wir für einen Tag zu ihm nach Maisprach gefahren.
Eine Woche Schweiz: activAudio
Geballte Entwicklungskompetenz an einem Tisch … und ich. Wir waren zu viert: Die Eidgenossen Harry und Andreas, aus Deutschland eine Elektronik Geheimwaffe und meine Wenigkeit.
Als KI-Manager habe ich immer technische Teams mit Entwicklungsgurus um mich gehabt. Ich kann also einiges ab. An dem Tag jagte ein Deja Vu das andere. Ohne in Details gehen zu wollen, gab es ein mir wohl bekanntes, nicht ganz schmales Spektrum von Ansichten im gemeinsamen Brainstorming. 360 Grad breite Abstrahlung sozusagen. In loser Reihenfolge und nur um ein Gefühl der Diskussionen zu vermitteln: „Das muss gehen, sonst können wir es gleich vergessen.“, „Das kann gar nicht gehen.“, „Das ist trivial.“, „Das läuft bereits.“, „Dazu brauchst Du ein ganzes Entwicklungsteam.“, „Ich bin dagegen.“, „Meine Kunden wollen das.“, „Das dauert 18 Monate.“, „Das kannst Du nächste Woche testen.“ …
Unter anderem ging es um Displays, WebApps, Online Updates für Firmware und Software (OTA), neue Boards, stärkere Amps, u.v.m.
Alles, was an dem Tag unmöglich war, ist heute bereits lange entwickelt und in Betrieb. Alles was an dem Tag trivial war ebenso … das ein oder andere aber erst nach sehr, sehr viel Aufwand.
Bei allen Kontroversen war dieser sonnige Tag in Maisprach wichtig für viele, clevere Maßnahmen, gute Entscheidungen und eine tolle Zusammenarbeit mit gemeinsamen Zielen. Diese vier Musketiere hatten einen Plan …
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